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Rheinfischereigenossenschaft
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Aktuelle Meldung:

22.12.2015, 10:59 h

Neue Angelfänge von Nordseeschnäpeln im NRW-Rhein!

Dem Rheinangler Detlef Maaßen vom ASV „Griethausen-Kellen e.V.“ gelang am 19.12.2015 ein außergewöhnlicher Fang: beim erfolgreichen Feederangeln im Rhein bei Kleve konnten neben Brassen, Alanden und Döbeln auch zwei Nordseeschnäpel gelandet werden! Die außergewöhnlichen Fänge wurden fotografiert und unverletzt zurückgesetzt.

Der Nordseeschnäpel, eine Wanderfischart aus der Familie der Coregonen, steigt in den Wintermonaten aus dem Meer zum Laichen in den Rhein auf. Anders als beim Lachs liegen die Laichgebiete im Hauptstrom des Rheins. Die Art war im Rhein seit den 1940er Jahren ausgestorben und wurde im Rahmen eines Wiedereinbürgerungsprogramms (als Bestandteil des Wanderfischprogramms Nordrhein-Wesatfalen) erfolgreich wiedereingebürgert. Lange Zeit wurden Fische dieser Art jedoch ausschließlich in den Aalschokker- und Stellnetzfängen von Berufsfischern nachgewiesen. Erst im vorangegangenen Winter wurde erstmalig der Fang eines Nordseeschnäpels im Niederrhein mit der Angel dokumentiert. Die aktuellen Fänge erfolgten wieder am unteren Niederrhein und wieder in der zweiten Dezemberhälfte. Nordseeschnäpel sind nach der Landesfischereiverordnung NRW ganzjährig geschont, Zufallsfänge müssen schonend zurückgesetzt werden. Die Art ist außerdem im Anhang IV der EU-FFH-Richtlinie gelistet.

Die Fänge belegen eindrucksvoll den Erfolg des Wiedereinbürgerungsprogramms. Eine der noch offenen Fragen ist, wie weit Nordseeschnäpel zum Laichen den Rhein hinauf aufsteigen, bisher erfolgten alle Nachweise ausschließlich im unteren Niederrhein. Angler sind daher weiterhin aufgerufen, alle Zufallsfänge von Nordseeschnäpeln zu melden und dazu beizutragen, dass Wissen über diese ungewöhnliche Fischart zu mehren.

Wir bedanken uns für die Fangmeldung und die Übersendung der Fotos.

Petri Heil

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